Mein erster Monat

Mein erster Monat

Ja, so schnell geht es tatsächlich. Ich bin bereits einen Monat hier, ging schneller als erwartet. 

Anfänglich gab es ein Problem welches Sina und ich recht schnell lösen konnten. Die ersten 6 Tage in Ghana hatten wir ja ein Vorbereitungsseminar, welches echt cool war. Auf diesem Seminar haben wir, wie auch nicht anders zu erwarten über Ghana gesprochen. Wir wurden in Twi unterrichtet, wovon ich gerade mal ein paar Wörter behalten konnte. Wir hatten Landeskunde, sprich wo welche Region liegt und so weiter. Diese Tage waren sehr schnell um und dann ging es auf einmal in die Gastfamilien. Ich muss echt zugeben, ich bin recht zufrieden mit meiner Gastfamilie und kann mich eigentlich nicht beschweren. Das sind alles total nette Leute und meine Gastmutter ist Brotbäckerin so das ich jeden Morgen frisches Brot bekomme. Mega. Man kann sich das Brot nicht wie in Deutschland vorstellen, dass Brot hier ist deutlich heller und schmeckt süß und ist sehr fluffig. Am Anfang fand ich es recht gewöhnungsbedürftig aber mittlerweile find ich es nicht mehr schlimm. Was auch echt gewöhnungsbedürftig ist, dass am Sonntag Morgen um 5 der Gottesdienst losgeht und durch Lautsprecher das ganze Dorf geweckt wird. Wenn man 6 Tage die Woche, 8 Stunden täglich gearbeitet hat und man eigentlich ausschlafen will ist das nicht ganz so cool aber immerhin musste ich nicht mit in die Kirche und konnte mir meine Kopfhörer aufsetzen und weiter schlafen. 

Ich bin im Our lady of Grace Hospital in Breman Asikuma und ich muss sagen, es ist echt klasse.Am Anfang hatten wir ein Gespräch mit der Nurse Managerin, in diesem Gespräch haben wir über unsere Ziele geredet und haben zusammen einen Plan aufgestellt wann wir wo sind und eingesetzt werden. Ich hatte den einen oder anderen Wunsch und es wurde total darauf eingegangen. In den 1,5 Wochen die ich bisher gearbeitet habe hab ich schon sehr viel machen dürfen und hab noch mehr gesehen und gelernt. Die erste Woche war ich auf der Recovery Ward, dass ist der Aufwachraum/mini Intensivstation. Hier kommen die Menschen hin die gerade operiert worden sind und jetzt engmaschiges Monitoring brauchen. Meine Kollegen und Kolleginnen haben mich super aufgenommen und haben mir direkt alles gezeigt und erklärt. Hier wird nach dem

System verfahren, einmal zuschauen und beim nächsten Mal selber machen. Klar schaut jemand einem über die Schulter aber trotzdem lernt man was und vor allem lernt man den sicheren Umgang am Patienten/Patientin, wenn man ihn nicht schon hat. Normalerweise bleibt man 4 Wochen an jeder Station, da ich aber in der letzten Woche des Monats angefangen habe war ich jetzt nur eine Woche auf der Station. Schade, sind echt nette Kollegen/Innen. Es ist Oktober und seit 2 Tagen bin ich im OP. Es ist unfassbar interessant anzusehen, vor allem wenn man einen netten Arzt hat der einem alles erklärt und auch mit dir die einzelnen Schritte durchspricht. In diesem zwei Tagen bisher hab ich unfassbar viel gelernt, Wissen welches ich auch für die Zukunft gebrauchen kann. Auch hier sind meine Kollegen/Innen bisher alle nett und offen. Einige können nicht so gut Englisch und deshalb kommt es manchmal zu Missverständnissen auf beiden Seiten. Oder manchmal ist der Akzent so stark das ich die Menschen nicht verstehe, das sorgt auch regelmäßig für Gelächter. 

Warten wir mal ab was die Zukunft noch bringt und was ich alles machen darf. 

Das Dorf. Tja, ist halt eher ländlich aber auch nicht so mega. Ich würde Asikuma eher als Kleinstadt beschreiben. Anders als in meiner Heimatstadt sind die Menschen hier alle mega offen. Jeder spricht dich an und nennt dich Abroni, was soviel wie „Weißer“ bedeutet. Es ist einfach eine nett gemeinte Beschreibung. Klar kommt es immer auf die Betonung an, denn manchmal ist es nicht so nett gemeint. Später führe ich das noch weiter aus was ich jetzt meine. 

Asikuma ist recht übersichtlich, sprich man weiß schnell wo so die groben Sachen sind, wo man Essen kaufen kann und wo die Station ist. Von der Station fahren alle Trotos in jegliche große Stadt ab. Das sind kleine Buse wo 11 Sitze und ein Fahrersitz drin sind. Manchmal sind mehr Menschen drin als es sitze gibt, aber dann wird halt gekuschelt. Am Anfang hatte ich manchmal echt Schweißausbrüche weil ich mir dachte „Ohh Gott wie fährst du denn“ oder „Du fährst auf der Gegenspur und es kommt ein Auto bitte weiche aus!!!“. Naja Gedanken wie diese hab ich manchmal immer noch aber mittlerweile weiß ich das die Fahrer sehr gut fahren und so ziemlich jede Situation schon hatten und dementsprechend entspannt sind. Was die Minibusse angeht, jaaa da will ich eigentlich garnicht zu viel drüber schreiben. Ich sag es mal so, Blind zu sein wäre manchmal besser für die Nerven. Wichtig ist nur, dass man heil ankommt, wie man es schafft ist nebensächlich und der Komfort auch und überhaupt soll man sich nicht so anstellen ;-). 

Was die Fahrten angeht. Man trifft immer wieder neue Menschen und man kann auch echt nette Gespräche führen. Wie gesagt man kann, man muss aber nicht. Ich mache es immer weil man dadurch seinen Horizont erweitert und Bekanntschaften schließt. 

Neulich bin ich nach Swedru in die nächstgrößere Stadt gefahren und hatte ein mega cooles Gespräch mit einem Pastor. Ich hätte nie gedacht ihn so schnell wieder zutreffen, aber zwei Tage später rollte er mir auf einer Trage im Krankenhaus entgegen und grüßte mich. Er kam gerade aus dem OP weil er von nachts von einem Motorrad angefahren worden ist. War ein nettes Wiedersehen und wir beide mussten herzlichst lachen als wir uns sahen. 

Zurück zum Thema. In Asikuma bekommt man eigentlich alles was man braucht. Nur sowas wie Pommes und Burger hab ich bisher noch nicht gefunden. Ja, man ist hier in Ghana und ja, trotzdem will ich auch mal einen Burger. Meine Seele braucht manchmal etwas Nervennahrung. 

So viel mehr gibt es eigentlich nicht über Asikuma zu sagen. 

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich nach einem Monat in Ghana mich noch nicht komplett eingelebt habe. Sowohl psychisch als physisch brauche ich bestimmt noch den einen oder anderen Monat. Die Umstellung auf Ghanaisches Essen fällt mir besonders schwer,  damit habe ich seit dem ich hier bin andauernd irgendwelche Probleme. Bis auf die körperlichen Aspekte und ein paar seelischen Sachen gehts mir aber gut. Ich freue mich hier zu sein und das große Privileg genießen zu können hier arbeiten zu dürfen. Man muss sich halt immer vor Augen halten, dass wir eher eine Belastung für die Mitarbeiter/Innen sind als eine wirkliche Hilfe. Selbst mit medizinischem Vorwissen muss dir dennoch vieles erklärt erklärt werden. Ist man aber erstmal angekommen in einer Station dann kann man auch helfen und ist keine allzu große Belastung mehr sondern eher eine Hilfe. Das nächste Mal hört ihr von mir wenn ich bei einer OP assistieren durfte, bis dahin tschüss

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