Mein erster Monat

Mein erster Monat

Ja, so schnell geht es tatsächlich. Ich bin bereits einen Monat hier, ging schneller als erwartet. 

Anfänglich gab es ein Problem welches Sina und ich recht schnell lösen konnten. Die ersten 6 Tage in Ghana hatten wir ja ein Vorbereitungsseminar, welches echt cool war. Auf diesem Seminar haben wir, wie auch nicht anders zu erwarten über Ghana gesprochen. Wir wurden in Twi unterrichtet, wovon ich gerade mal ein paar Wörter behalten konnte. Wir hatten Landeskunde, sprich wo welche Region liegt und so weiter. Diese Tage waren sehr schnell um und dann ging es auf einmal in die Gastfamilien. Ich muss echt zugeben, ich bin recht zufrieden mit meiner Gastfamilie und kann mich eigentlich nicht beschweren. Das sind alles total nette Leute und meine Gastmutter ist Brotbäckerin so das ich jeden Morgen frisches Brot bekomme. Mega. Man kann sich das Brot nicht wie in Deutschland vorstellen, dass Brot hier ist deutlich heller und schmeckt süß und ist sehr fluffig. Am Anfang fand ich es recht gewöhnungsbedürftig aber mittlerweile find ich es nicht mehr schlimm. Was auch echt gewöhnungsbedürftig ist, dass am Sonntag Morgen um 5 der Gottesdienst losgeht und durch Lautsprecher das ganze Dorf geweckt wird. Wenn man 6 Tage die Woche, 8 Stunden täglich gearbeitet hat und man eigentlich ausschlafen will ist das nicht ganz so cool aber immerhin musste ich nicht mit in die Kirche und konnte mir meine Kopfhörer aufsetzen und weiter schlafen. 

Ich bin im Our lady of Grace Hospital in Breman Asikuma und ich muss sagen, es ist echt klasse.Am Anfang hatten wir ein Gespräch mit der Nurse Managerin, in diesem Gespräch haben wir über unsere Ziele geredet und haben zusammen einen Plan aufgestellt wann wir wo sind und eingesetzt werden. Ich hatte den einen oder anderen Wunsch und es wurde total darauf eingegangen. In den 1,5 Wochen die ich bisher gearbeitet habe hab ich schon sehr viel machen dürfen und hab noch mehr gesehen und gelernt. Die erste Woche war ich auf der Recovery Ward, dass ist der Aufwachraum/mini Intensivstation. Hier kommen die Menschen hin die gerade operiert worden sind und jetzt engmaschiges Monitoring brauchen. Meine Kollegen und Kolleginnen haben mich super aufgenommen und haben mir direkt alles gezeigt und erklärt. Hier wird nach dem

System verfahren, einmal zuschauen und beim nächsten Mal selber machen. Klar schaut jemand einem über die Schulter aber trotzdem lernt man was und vor allem lernt man den sicheren Umgang am Patienten/Patientin, wenn man ihn nicht schon hat. Normalerweise bleibt man 4 Wochen an jeder Station, da ich aber in der letzten Woche des Monats angefangen habe war ich jetzt nur eine Woche auf der Station. Schade, sind echt nette Kollegen/Innen. Es ist Oktober und seit 2 Tagen bin ich im OP. Es ist unfassbar interessant anzusehen, vor allem wenn man einen netten Arzt hat der einem alles erklärt und auch mit dir die einzelnen Schritte durchspricht. In diesem zwei Tagen bisher hab ich unfassbar viel gelernt, Wissen welches ich auch für die Zukunft gebrauchen kann. Auch hier sind meine Kollegen/Innen bisher alle nett und offen. Einige können nicht so gut Englisch und deshalb kommt es manchmal zu Missverständnissen auf beiden Seiten. Oder manchmal ist der Akzent so stark das ich die Menschen nicht verstehe, das sorgt auch regelmäßig für Gelächter. 

Warten wir mal ab was die Zukunft noch bringt und was ich alles machen darf. 

Das Dorf. Tja, ist halt eher ländlich aber auch nicht so mega. Ich würde Asikuma eher als Kleinstadt beschreiben. Anders als in meiner Heimatstadt sind die Menschen hier alle mega offen. Jeder spricht dich an und nennt dich Abroni, was soviel wie „Weißer“ bedeutet. Es ist einfach eine nett gemeinte Beschreibung. Klar kommt es immer auf die Betonung an, denn manchmal ist es nicht so nett gemeint. Später führe ich das noch weiter aus was ich jetzt meine. 

Asikuma ist recht übersichtlich, sprich man weiß schnell wo so die groben Sachen sind, wo man Essen kaufen kann und wo die Station ist. Von der Station fahren alle Trotos in jegliche große Stadt ab. Das sind kleine Buse wo 11 Sitze und ein Fahrersitz drin sind. Manchmal sind mehr Menschen drin als es sitze gibt, aber dann wird halt gekuschelt. Am Anfang hatte ich manchmal echt Schweißausbrüche weil ich mir dachte „Ohh Gott wie fährst du denn“ oder „Du fährst auf der Gegenspur und es kommt ein Auto bitte weiche aus!!!“. Naja Gedanken wie diese hab ich manchmal immer noch aber mittlerweile weiß ich das die Fahrer sehr gut fahren und so ziemlich jede Situation schon hatten und dementsprechend entspannt sind. Was die Minibusse angeht, jaaa da will ich eigentlich garnicht zu viel drüber schreiben. Ich sag es mal so, Blind zu sein wäre manchmal besser für die Nerven. Wichtig ist nur, dass man heil ankommt, wie man es schafft ist nebensächlich und der Komfort auch und überhaupt soll man sich nicht so anstellen ;-). 

Was die Fahrten angeht. Man trifft immer wieder neue Menschen und man kann auch echt nette Gespräche führen. Wie gesagt man kann, man muss aber nicht. Ich mache es immer weil man dadurch seinen Horizont erweitert und Bekanntschaften schließt. 

Neulich bin ich nach Swedru in die nächstgrößere Stadt gefahren und hatte ein mega cooles Gespräch mit einem Pastor. Ich hätte nie gedacht ihn so schnell wieder zutreffen, aber zwei Tage später rollte er mir auf einer Trage im Krankenhaus entgegen und grüßte mich. Er kam gerade aus dem OP weil er von nachts von einem Motorrad angefahren worden ist. War ein nettes Wiedersehen und wir beide mussten herzlichst lachen als wir uns sahen. 

Zurück zum Thema. In Asikuma bekommt man eigentlich alles was man braucht. Nur sowas wie Pommes und Burger hab ich bisher noch nicht gefunden. Ja, man ist hier in Ghana und ja, trotzdem will ich auch mal einen Burger. Meine Seele braucht manchmal etwas Nervennahrung. 

So viel mehr gibt es eigentlich nicht über Asikuma zu sagen. 

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich nach einem Monat in Ghana mich noch nicht komplett eingelebt habe. Sowohl psychisch als physisch brauche ich bestimmt noch den einen oder anderen Monat. Die Umstellung auf Ghanaisches Essen fällt mir besonders schwer,  damit habe ich seit dem ich hier bin andauernd irgendwelche Probleme. Bis auf die körperlichen Aspekte und ein paar seelischen Sachen gehts mir aber gut. Ich freue mich hier zu sein und das große Privileg genießen zu können hier arbeiten zu dürfen. Man muss sich halt immer vor Augen halten, dass wir eher eine Belastung für die Mitarbeiter/Innen sind als eine wirkliche Hilfe. Selbst mit medizinischem Vorwissen muss dir dennoch vieles erklärt erklärt werden. Ist man aber erstmal angekommen in einer Station dann kann man auch helfen und ist keine allzu große Belastung mehr sondern eher eine Hilfe. Das nächste Mal hört ihr von mir wenn ich bei einer OP assistieren durfte, bis dahin tschüss

Meine zweite Woche

Mittlerweile ist auch meine zweite Woche in Ghana vorbei und somit auch meine erste Woche bei meinen Gasteltern. 

Bisher musste ich noch nicht arbeiten und Sina bisher auch noch nicht. Am Montag waren wir in Swedru und haben andere Freiwillige getroffen und haben uns ein wenig die Zeit vertrieben. Wir sind die ganze Woche nach Swedru gependelt und wieder zurück weil wir eigentlich ein Meeting hatten welches aber immer auf den nächsten Tag verschoben worden ist. Das war echt nervig, vor allem sind wir halt primär nach swedru wegen des Meetings gefahren, dass wir die anderen immer trafen war nicht der Hauptgrund. Naja auch wenn das Meeting immer verschoben worden ist hatten wir eine schöne Woche und viel Spaß.  

Mein Highlight der Woche war, dass wir am Samstag alle nach Winneba an den Strand gefahren sind. Es war sooo traumhaft schön und das Wetter hat perfekt mitgespielt. Ich glaub die Bilder sprechen für sich. Am Anfang war es noch so, dass wir ein kleines Plätzen für uns hatten aber nach nichtmal einer halben Stunde waren wir der Hingucker schlecht hin. Das Verhalten welches an den Tag gelegen worden ist, hat bei manch Menschen echt zu wünschen übrig gelassen. Man macht nicht einfach Bilder von irgendwelchen Leuten oder Filmt irgendwelche Leute ohne sie zu fragen. Genau das ist aber passiert. 

Stellt euch einfach mal vor, ihr liegt ganz entspannt an einem Strand und sonnst euch, auf einmal kommen zwei Mädels und stellen sich euch in die Sonne, fangen an euch zu filmen und sagen irgendwas in die Camera. Mal im Ernst, haben die noch nie weiße Menschen gesehen ? Das geht garnicht. Es gibt aber auch solche, die die meiner Meinung nach Benehmen haben und fragen euch ob sie Fotos machen dürfen. Es ist eine Sache ob man jemanden ausversehen fotografiert so wie ich das auf dem letzten Bild gemacht hat, die Menschen aber unkenntlich sind oder ob man sie mit Gesicht und allem in die Story von Snapchat postet. 

Stellt euch einfach mal vor, ihr liegt ganz entspannt an einem Strand und sonnst euch, auf einmal kommen zwei Mädels und stellen sich euch in die Sonne, fangen an euch zu filmen und sagen irgendwas in die Camera. Mal im Ernst, haben die noch nie weiße Menschen gesehen ? Das geht garnicht. Es gibt aber auch solche, die die meiner Meinung nach Benehmen haben und fragen euch ob sie Fotos machen dürfen. Es ist eine Sache ob man jemanden ausversehen fotografiert, die Menschen aber unkenntlich sind oder ob man sie mit Gesicht und allem in die Story von Snapchat postet. 

Naja okay genug aufgeregt. Wird nicht das letzte mal sein. 

Trotz der paar Störenden Faktoren war es ein wundervoller Tag mit tollen Gesprächen und viel Spaß. 

Tschüss…

Tag 2 in Ghana

Nun ist auch tag 2 vorbei und heute war eher der langweiligere Tag. Heute haben wir unsere Non Citizen Card bekommen und das ist so eine Art Personalausweis, so hab ich das zumindest verstanden. Unfassbar wie lange sowas dauert, also mal ganz nüchtern betrachtet. Wir sind 12 Leute die so eine Card haben wollen, wir waren um 10:30 AM vor Ort und waren irgendwann um 4:30 PM wieder draußen und selbst dann hatten nicht alle diese ID-Card und schon hab ich mich ein bissen mehr der Heimat näher gefühlt. Ich mein, wer kennt es denn nicht ? Behörden Gänge die dauern halt seine Zeit und wir hatten zumindest uns und konnten uns dadurch miteinander unterhalten, auch wenn wir es nicht durchgängig gemacht haben aber das spielt ja nicht so die Rolle.

Wie fing mein Tag an ?

Geplant war es, dass wir uns um 7:30 AM beim Frühstücksraum treffen und dann gemeinsam frühstücken. So zumindest die Theorie. Die Realität war, dass wir alle, typisch deutsch überpünktlich waren und unser Betreuer eine halbe stunde später als wir da war. Dazu kam noch, dass wir nicht direkt gefrühstückt haben sondern erstmal für unsere ID-Card etwas ausgefüllt haben, also war ich schon etwas bedient. Wer mich kennt weiß, das ich bevor ich etwas mache erstmal was essen muss aber okay hey auch egal. Als wir dann endlich anfingen zu essen gab es so ein super leckeres Brot welches irgendwie ein bissen süß war aber nicht so Rosinenbrot mäßig süß sondern lecker süß. Dazu gab es Ananas und Wassermelone und das war sooo lecker ohh mein Gott diese Ananas war echt der Hammer :-). Naja soviel zum Thema Essen und meiner Verfressenheit. Auf dem Rückweg passierte für mich das Highlight des Tages. Es gibt solche Menschen die laufen den ganzen Tag mit Essen und allem möglichen auf dem Kopf herum und verkaufen das mitten auf der Fahrbahn an die Fahren und Beifahrer der Autos. Sehr häufig hab ich so Chips ähnliche Tüten gesehen und ich wollte unbedingt wissen was das ist und winkte ganz unbekümmert vergebens aus dem Fenster. Unser Guide sagte zu mir, dass das Essen was ich kaufte „Planta“ heißt und ich aus dem Fenster schreien solle. Gesagt getan, ich rief der Dame „Planta“ zu und sie kam und ich nahm eine Tüte davon und eine davon. Der Unterschied war mir bis dahin nicht so geläufig, wurde mir später aber dann erklärt. Grundsätzliches zu Planta. Planta sind Bananen die in dünnen Scheiben geschnitten wurden sind und irgendwie fritiert wurden sind. Die eine Sorte schmeckt eher salzig und nach mehr eigentlich nicht und die andere Sorte schmeckt wie ganz normale getrocknete Banane. Naja warum wurde es zu meinem Highlight des Tages ? Stellt euch mal vor ihr sitzt im Auto und ruft aus dem Fenster etwas, jemand reagiert und kurze Zeit später habt ihr ne Tüte Chips in der Hand – wie geil is’n das ? Hört sich wahrscheinlich nicht so besonders an aber ich fand es ein kleines Erlebnis und es war mega witzig. Unser Guide meinte auch nur zu mir, dass ich heute das echte Ghanaische Handeln erlebt hätte auch wenn ich mich frage wo ich gehandelt haben soll. Ich mein, sie sagte mir einen Preis und ich bezahlte ihn, wie im Supermarkt, nur das du nicht zum Supermarkt gehst sondern er zu dir kommt.

Theoretisch kannst du deinen ganzen Einkauf auch während der Fahrt machen. Man bekommt echt alles an der Ampel oder im Stau.

Was mir auch direkt aufgefallen ist, war die Art und Weise wie Auto gefahren wird. Das was ich bisher mitbekommen habe war ein reines Chaos und ein wildes rumgehupe. Manchmal hatte ich das Gefühl das System verstanden zu haben. Demnach entspricht einmal kurz hupen, dass man fahren soll und zweimal kurz hupen Vorsicht oder Danke. Ich glaub ich blick’s noch nicht ganz aber das wird bestimmt noch, ich mein ich hab ein Jahr lang Zeit um es zu verstehen.

Es gab auch eine recht komische Sache heute. Und zwar wurden wir mit einem Bus zu diesem Center gefahren, naja erst fuhren wir garnicht weil unser eigentlicher Fahren bei der Polizei war aber es kam ein Ersatz Fahrer. Dieser Bus war schon so alt, dass es schon Löcher im Boden gab und die Anzeige wo man eigentlich die Geschwindigkeit ablesen können soll, nicht funktionierte – vertrauenserweckend.

So genug für heute, mir reicht ich geh pennen good night 😉

Der schlimmste und beste Tag zugleich

Es ist der beste Tag weil einfach mein größter Traum in Erfüllung gegangen ist und ich endlich das machen kann was ich seit Jahres machen möchte. Schon als kleines Kind wollte ich immer ins Ausland aber konnte mir nie vorstellen wie das ist einfach weg zu sein. Meine Vermutung ist, dass meine „Fernsucht“ aus den vielen Flügen von früher entstanden ist. Meine Großeltern hatten früher ein Haus auf Gran Canaria und ich bin jede Ferien egal wie kurz sie waren dorthin geflogen. Wer mal in der Schule war und sich noch daran erinnern kann, der weiß wie häufig man Ferien hatte und kann sich dementsprechend vorstellen wie häufig ich geflogen bin. Als ich das erste Mal hörte da jemand für ein Jahr in die USA gegangen ist wollte ich das unbedingt auch. Naja… aus den USA ist dann Australien geworden und später dann Ghana. Ne ordentliche Wendung würde ich sagen ;-).

Kommen wir mal zu dem Punkt wo ich über den schlimmsten Tag in meinem Leben erzähle.

Fangen wir mal damit an, dass ich in der Nacht vom 01.09 auf den 02.09 kein Auge zubekommen habe, Grund dafür ist mein neuer Nachbar der der Meinung war Nachts um 1 ne Party auf einem MONTAG zu feiern. Mal im Ernst wer feiert denn ne Party auf einem MONTAG ?? Es gibt Menschen die müssen am nächsten Tag arbeiten und haben was vor. Naja was sollst. Ich bin also Nachts um 1 Uhr runter gegangen und hab denen gesagt „Es ist ein Uhr Nachts, Musik aus ich hab nur noch 3 Stunden Schlaf“. Wäre bestimmt netter gegangen aber ich meine es war eins und ich war genervt und wer mich richtig kennt das ich eigentlich bissen anders reagieren würde und das meine Reaktion schon sehr freundlich war um diese Uhrzeit.

Ich lag also mit meiner Freundin wieder im Bett und bekam kein Auge zu. Der Wecker klingelt und ich wecke meine Freundin mit einem liebevollen Kuss (sie schläft wie ein Stein und den Wecker hört sich nicht mal ansatzweise). Wir gingen duschen und machten uns fertig. Total übermüdet setzen wir uns an den Tisch und trinken erstmal einen Tee und rauchen erstmal eine. (Wir rauchen am Fenster der Küche und lüften durch). Als ich mir meine rosa Müslischale rausholte und wie immer mein Müsli ass, fragte meine Freundin wie ich um diese Uhrzeit denn was essen könne. WIr fangen beide an zu lachen und die Frage war beantwortet (Ich kann immer essen, wer eigentlich nicht ? Rätselhaft solche Menschen die es nicht können..:-).

Am Tag zuvor bestellte ich ein Taxi um damit zum Hamburger Airport zu fahren. Es kam pünktlich, war aber kleiner als gedacht. Kein Problem sagte der Taxifahrer und katapultierte meine eine Tasche auf den Rücksitz und sagte nur ganz trocken „du bist ja eh allein“ als ich anmerkte, dass ich keinesfalls alleine war, wurde er stutzig und packte den Wagen nochmal um, so das alle platz finden konnten.

Die Fahrt war kurz und sehr leise. Meine Freundin und ich hielten unsere Hände als wenn wir uns nie wieder sehen würden, bis dahin alles gut. Am Flughafen angekommen haben wir meinen Besten Freund gefunden (voll cute das er mich weggebracht hat) und brachten nach einer Zigarette meine beiden Taschen weg. Wir vertrieben uns die Zeit und redeten über ganz banale Sachen, keinesfalls über den Fakt das ich in nichtmal einer Stunde für ein Jahr weg bin.

So langsam ging die Zeit um und ich musste zur Sicherheitskontrolle, es kämm zum Abschied. Ich Umamte alle und sagte ihnen dass sie mir fehlen werden und ich auf jedenfall berichten werde. Und das war schwer. Es war so schwer, dass ich den Abschied recht kurz hielt. Hab ich das gemacht damit es mir leichter fiel ? Bestimmt, ein wenig Selbstschutz ist doch normal. Meine Mama viel zu schluchzen an, meine Freundin im Chor dazu nur ein bester Freund blieb stark – zumindest zu dem Zeitpunkt wo ich mein Ticket scannte und mich zu den anderen flugwilligen Gästen hinstellte. MIr viel es echt schwer, verständlich. Ich meine ich lasse mein Leben für ein Jahr zurück, ich lasse meine Familie und Freunde zurück, ich hab meine Freundin die ich über alles liebe zurückgelassen. Das es schwer war ist selbstredend.

Ich muss aber echt dazu sagen, sobald ich durch die Sicherheitskontrolle durch gegangen war wurde es leichter und die Träne ging weg. Sie gingen weg, weil ich wusste das ich wiederkommen würde. Ich machte mir meine Musik an und fünf an mich zu entspannen, zwangsläufig mit null Stunden schlaf. Ich hatte garnicht die Energie über das was mir bevor steht nachzudenken.

Die hatte ich auch in den letzten Monaten nicht wirklich, Anlass dafür war mein arbeiten bei Replay. Ich arbeite dort häufig um die 40 Stunden und engagierte mich ehrenamtlich noch als Sanitäter, traf Freunden und natürlich verbrachte ich nahezu jede Minute davon mit meiner wirklich großartigen Freundin. Sie fehlt mir.. Jeder fehlt mir.. Wenn man an diesem Punkt ankommt heißt es, abbrechen oder weitermachen und da ich es hasse aufzugeben, blieb mir nichts anderes übrig als weiterzugehen und das Flugzeug zu betreten. Baby wenn du dich doch dazu bequemen kannst das hier zu lesen, ich liebe dich❤️ und du bist die beste Freundin der Welt ❤️.

so, genug mit dem rumgeschnülze. Ihr könnt euch garnicht vorstellen wie aufgeregt und wie sehr ich mich freue auf die mir bevorstehende Zeit. In einer guten Stunde lange ich in Istanbul und hoffentlich treffe ich paar Leute vom Vorbereitungsseminar. Der Plan von unserer Kordnatorin war es nämlich, dass wir uns alle in Istanbul treffen und dann alle den gleichen Flieger nach Accra nehemn, so wurde es auch gebucht. Ich bin gespannt was mich erwartet und schaue mit Vorfreude in die Zukunft

Was man vielleicht vorher wissen sollte..

Setzt man sich mit dem Thema „Auslandsjahr“, „arbeiten als Volunteer“ und die ganzen anderen Möglichkeiten die es gibt um ein Jahr im Ausland zu verbringen auseiander, wird man relativ schnell feststellen, dass es unfassbar viele Anbieter und bestimmt genauso viele Möglichkeiten gibt um das zu machen was man machen will. Mit den möglichen Reisezielen wollen wir garnicht erst anfangen. 


Bevor man überhaupt bei Google, oder irgendeiner anderen Suchmaschine, danach sucht sollte man sich, meiner Meinung nach, erst ein paar Fragen stellen. Jeder / jede sollte für sich selber herrausfinden, welche Art von Auslandsjahr man machen will. Hat man sich, so wie ich für ein IFSJ (Internationales freiwilliges soziales Jahr) entschieden dann weiß man schon in welche Richtung das ganze grob gehen soll. Man sollte aber auch darüber nachdenken, ob man das Jahr im Ausland verbringt nur um im Ausland zu sein oder um etwas zu lernen.

Bei mir war es so, ich wusste schon seit dem ich 14 bin das ich ins Ausland möchte und früher wollte ich nach Australien und dort ein Work&Travel Jahr machen. Mit der Zeit veränderten sich aber meine Ziele im Leben und ich wollte in die „soziale“ Richtung gehen.


Kleiner Ausflug, warum ich auf einmal “sozial“ eingestellt bin. Ende der Zehnten Klasse wollte ich unbedingt in die Wirtschaft und meldete mich deshalb an einem Wirtschaftsgymnasium in Hamburg an. Irgendwann zwischen elfter und zwölfter Klasse hatte ich mir auch eine Hochschule ausgesucht auf die ich unbedingt wollte, das Problem war, sie ist privat und kostet ein Haufen Geld. Ich schaute nach Alternativen um mir das leisten zu können, ich stieß auf die Möglichkeit eines Stipendiums. Was ich nicht wusste war, dass eine Vorraussetzung für das Stipendium eine soziale Aktivität wie Mitglied im Sportverein oder ein Ehrenamt war. Da Sport nicht so mein Ding ist blieb nur die Möglichkeit etwas ehrenamtlich zu machen. Nach kurzer Recherche im Internet beschloss ich mich bei der Johanniter Unfall-Hilfe zu melden. Ich merkte sehr schnell wie viel Spaß es mir machte anderen Menschen im Sanitätsdienst zu helfen, also beschlossen die Johanniter und ich, mich zum Sanitäter ausbilden zu lassen.


Naja soviel dazu. Ihr wisst das ich schon länger ins Ausland will und das ich Sanitäter bin, ist doch schon Mal ein Anfang.
Worauf ich eigentlich hinaus wollte. Man sollte sich Gedanken machen und vorallem sollte man sich der Tragweite dieser Entschedung bewusst werden. Es ist nicht nur damit getan sich zu bewerben und angenommen zu werden. Es ist auch nicht damit getan, dass wirklich witzige Vorbereitungsseminar zu absolvieren und neue Leute kennezulernen. Diese Entscheidung bedeutet auch wirklich viel Papierkram und wenn man nicht so wie ich eine ultra liebe Mama hat die einen damit hilft, steht man erstmal vor einem risen Haufen an Aufgaben und weiß nicht wo man anfangen soll. Den finanziellen Aspekt außen vor gelassen. Dazu kommt dann noch das ganze Koordinieren von den Impfungen, Spenderkreis, Arbeiten in meinem Fall und vieles mehr. Die Auswirkungen auf die Gefühle hab ich ja ganz vergessen zu erwähnen.. Sorry hehe.. Macht euch bewusst was es für euer Privatleben bedeutet. Ich verlasst eure comfort zone, eure Freunde und Familie. Ihr verlasst einfach alles woran ihr gewohnt seit. Wenn ihr schon im Ausland wahrt, nehmen wir mal an für zwei Wochen, eine Klassenreise und da schon gemerkt habt ihr vermisst eure Eltern, dann ist dieses Jahr definitiv nichts für euch. Wenn ihr aber schon immer gerne gereist seit und womöglich schon länger im Ausland wart, umso besser. Wie es bei mir im Ausland sein wird, ich hab keine Ahnung. Ich kann überhaupt nicht einschätzen wie ich mich fühlen werde und wann ich meine Mama und allgemein mein gewohntes Umfeld vermissen werde.

Und an alle Pärchen, für euch ist das ganze nochmal doofer gelaufen.. Ich glaub ich brauch nicht erklären warum.

Mein Tipp an jeden, selbst wenn ihr es finanziell hinbekommt, zwingt euch nicht so ein jahr zu machen, nur weil fast jeder eins macht. Trefft eure eigenen Entscheidungen und steht dazu.

lg Nico

Ghana… Wie alles anfing

Moin, sagt man da wo ich her komme…aus dem hohen Norden. Ich könnte euch jetzt runter beten wie ich heiße und woher ich komme und das auf eine ganz langweilige Art und Weise aber das wollen wir ja nicht. Ich heiße wie eine Firma die Feuerwerke, sowas wie Raketen herstellt, die Leute aus meiner Stadt sagen immer „moin moin, wir kommen aus der schönsten Stadt der Welt“ und…klingelt es schon ?

Naja ich löse es doch mal auf eine ganz langweilige Weise auf. Mein Name ist Nico und ich komme aus, wie soll es auch anders sein, aus Hamburg. Klingt jetzt negativer als es eigentlich gemeint war. Ich finde Hamburg ist eine großartige Stadt aber ich würde nicht behaupten es sei die „schönste Stadt der Welt“ dafür hab ich einfach zu wenig von der Welt gesehen.

Da wir schon von „zu wenig gesehen“ sprechen, dass ist ein Punkt meiner Motivation nach Ghana zu fahren aber davon werdet ihr noch mehr erfahren. Also, wie schon gesagt ich werde am 3. September nach Ghana fahren um genauer zu werden, ich fliege nach Ghana und fahre nach Breman Asikuma. Ab und zu wenn ich jemanden davon erzähle heißt es „was machst du denn da ?“ oder „Ohh cool, was willst du denn da?“ und dieses „da“ wird meinem Empfinden nach dann häufig aus dem Satz hervorgehoben, als wenn es so abwegig ist nach Ghana zu fahren, jetzt mal im Ernst. Uhh und dann gibt es noch die, die fragen „Was willst du denn im Busch?“ und das ist dann immer der Moment wo ich kommentarlos aufstehe und die Konversation beende. Es soll jetzt nicht so negativ klingen, denn, ich würde mal behaupten das 99% Prozent der Reaktionen äußerst positiv waren und auf wahrem Interesse beruhten.

Um der ganzen Fragerei ein Ende zu setzen, erkläre ich einfach mal warum ich zusammen mit der Entsendeorganisation IJGD nach Ghana fahre, wo ich sein werde und was ich da mache.

In Breman Asikuma werde ich in dem „Our lady of grace Hospital“ als „Nurse assistant“ arbeiten. Wie und vor allem welche großartige Organisation bietet das an ? Die IJGD ist die großartige Organisation die für die Entsendung verantwortlich ist. Subventioniert wird das ganze von dem Staatlich gefördertem Programm „Weltwärts“. „Weltwärts“ ist der entwicklungspolitische Freiwilligendienst des Deutschen Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz „BMZ“. Zusammen mit der IJGD und Weltwärts werden Jugendliche im Alter 18-28 (kann auch 18-25 sein, bitte nagelt mich nicht drauf fest) in verschiedene Länder entsendet. Die IJGD ist ein eingetragener Verein der sich um eigentlich alles kümmert was mit der Entsendung zu tun hat. Bedeutet, dass die IJGD sich um das herstellen eines Netzes von Partnerorganisationen in verschiedenen Ländern (Ich weiß nicht ob man als Entsendeorganisation auch nur ein Projekt in einem Land anbieten kann, spannende Frage ich klär das mal), Erstellung von Projekten in Korporation mit Partnerorganisationen, Betreuung der Fsj’ler und unglaublich vieles mehr kümmert. Das Programm „Weltwärts“ und das BMZ machen dies durch Teilsubvention möglich, außerdem geben sie bestimmte Vorgaben vor, beispielsweise welche Themen in den von IJGD geplanten und durchgeführten Vorbereitungsseminaren behandelt werden sollen. Das BMZ macht noch einiges mehr, wer interessiert ist kann ja mal auf der Internetseite des BMZ vorbeischauen.

Ich glaube das reicht fürs Erste, soll ja auch nicht zu lang werden 😉

Ps. Ich blogge das erste Mal, also habt bitte Erbarmen wenn nicht alles wie geleckt ist.